Zeitleiste 1987 - 1997

2021
1987 - Denkmalschutz.... und jetzt?

Für das gesamte Bahnbetriebswerk hat der Denkmalschutz nicht gereicht. Aber Ringlokschuppen,...

Für das gesamte Bahnbetriebswerk hat der Denkmalschutz nicht gereicht. Aber Ringlokschuppen,...

1987 - Nur noch Abstellung

Wir schreiben den August 1987. Das Leben geht weiter, auf den übrigen Gleisen tummeln sich V100,...

Wir schreiben den August 1987. Das Leben geht weiter, auf den übrigen Gleisen tummeln sich V100,...

1987 - Denkmalschutz.... und jetzt?

Für das gesamte Bahnbetriebswerk hat der Denkmalschutz nicht gereicht. Aber Ringlokschuppen, Drehscheibe und Wasserturm stehen nun unter dem Schutz der Behörde. Was natürlich die Bundesbahn erstens nicht daran hindert, die Gebäude und bahntechnischen Einrichtungen weiter verfallen zu lassen, sondern für diese auch noch einen Käufer zu suchen. Sogar der kleine, unscheinbare Sandbunker schafft es, unter den Schirm des Denkmalschutzes zu schlüpfen. Ein Schicksal, welches anderen Gebäuden in naher Zukunft nicht vergönnt sein wird.

Im Jahre 1987 sind es die Fotografen Bernd Szarkowski-Tegtmeier und der Lokführer Edwin Rolf, welche Bilder für die Nachwelt hinterlassen haben.

Am 7. März 1987 ist es nicht wirklich warm, bei minus 8°C hält man sich nicht lange mit dem Fotografieren auf. Eine bisher noch nicht gezeigte Ecke findet sich hinter Schuppenstand 10 und 11 und gibt den Blick auf das Kompressorhaus und den Kessel der Auswaschanlage frei. Im Schuppen selbst legt sich der durch die Dachlüfter hineingewehte Schnee auf dem Boden ab. Noch vor wenigen Monaten konnte man von hier aus einen Blick auf die 01 150 werfen, der Schuppen ist nun (fast) besenrein.

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Am Wasserturm lässt sich zumindest eine Veränderung erkennen... die beiden Prellböcke wurden demontiert und auf die anderen Gleise statt der Schwellenkreuze gesetzt. Es gibt wenige Stellen, an denen sich der Verfall des Ringlokschuppens so zeigt, wie am Schuppentor 1. Bereits in der Vergangenheit oft fotografiert, wird es auch in den nächsten Jahren immer ein wichtiges Motiv bleiben.

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Ein Blick zurück auf die Außenwand des Lokschuppens. Das kreisrunde Loch kündet noch vom Einsatz der Heizlok, welche auf dem davor liegenden Gleis 23 ihren letzten Einsatzort fand. Ansonsten finden sich nur noch Müll und Unrat im Umfeld... wenn man mal vom später sehr gesuchten Packwagen und dem Radsatz absieht. Der Wasserturm bleibt ein immer wiederkehrendes Motiv. Mittlerweile 81 Jahre alt hält er nach wie vor die Erinnerung an das Dampflokzeitalter wach.

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Gehen wir hinüber zur "Neuzeit" am E-Lokschuppen, der nun - welch Ironie - die Schnellzug-Dampflokomotive 01 150 von Walter Seidensticker beherbergt. Nicht hinein können daher die bereits 30 Jahre alte 110 158 (Bw Köln-Deutzerfeld) auf Gleis 67 und die Hagener 141 305 auf Gleis 66, welche sich sechs Jahre später von einem Brandschaden nicht mehr erholen wird. Im Übrigen gilt auch hier der Grundsatz nach wie vor, dass höfliches Fragen die eine oder andere Tür öffnet. Offensichtlich gilt dies auch für die Tore des E-Lokschuppens, die somit den ersehnten Blick auf 01 150 freigeben. Ein Anblick und eine Pose, an dem sich auch 30 Jahre später noch Eisenbahnfreunde begeistern können.

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6 Wochen später sieht das alles schon wieder etwas freundlicher aus, auch wenn die geringe Anzahl der Autos auf dem Parkplatz mehr als deutlich zeigt, dass hier nicht mehr allzu viel los ist. Die Morgensonne Ende April 1987 lässt das gelbe Verwaltungsgebäude noch einmal fröhlich strahlen.

Fotos: Bernd Szarkowski-Tegtmeier 

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"Wo Ordnung, Umsicht, Vorsicht waltet, da ist der Unfall ausgeschaltet!"

1987-04-26_Edwin Rolf_a (1024x657)Fotos: Edwin Rolf
 

1987 - Nur noch Abstellung

Wir schreiben den August 1987. Das Leben geht weiter, auf den übrigen Gleisen tummeln sich V100, V160, Einheits-E-Loks und VT24-Triebwagen. Von rot über grün zu ozeanblau-beige sind alle Farben vertreten. Die grüne Botanik, in den letzten Jahren sorgsam am Gedeihen gehindert, hat nun freien Lauf.

Während die Braunschweiger 216 178 den einständigen E-Lokschuppen blockiert, wartet die 141 077 aus Seelze abgebügelt auf Gleis 66 auf ihren nächsten Einsatz. Offensichtlich herrscht ein gewisser Mangel an passender Beleuchtung, sonst ließe sich der seltsame Lampenmix nicht erklären. Eine unerkannt gebliebene V100 belagert Gleis 68, auch Gleis 64, 62b und 62 sind von Triebfahrzeugen belegt.

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Fotos: Edwin Rolf

Der Schuppenplatz auf Gleis 67 scheint unter den Diesellokomotiven beliebt zu sein, die Osnabrücker 211 099 - auch 34 Jahre später noch aktiv im Dienst - stellt hier ab, während sich 140 700 - ebenfalls in Osnabrück beheimatet - vor neugierigen Blicken geschützt eng an den Schuppen auf Gleis 66 kuschelt. Man beachte die mittlerweile nicht mehr allzu häufig genutzte Schlußlaterne auf dem Boden am Tor.

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Fotos: Bernd Szarkowski-Tegtmeier

Knapp einen Monat später gelingt Edwin Rolf die folgenden Aufnahme. Gerade die durch das Teleobjektiv gestauchte Enge zeigt den abenteuerlichen Gleisverlauf zwischen Abstellung und Bahnbetriebswerk. Die im Vordergrund liegende Grube in Gleis 51 wird auch Jahrzehnte später noch abgedeckt vorhanden sein.

009 (1024x708)An einem Sonntag Im Goldenen Oktober des Jahres 1987 strahlen dann doch noch so einige Loks im herrlichen Sonnenschein, eine schöne Parade findet sich auf den Gleisen 65 bis 68. Lässt man den Niederbordwagen mal weg, dominiert die ozeanblau-beige Farbgebung. 140 456 und 141 319 aus Seelze sowie 211 135 aus Osnabrück machen ein schönes Gruppenbild. Irgendwie ist man der Meinung, dass sowohl die Pfeiftafel als auch das Warnschild am Lokschuppen nicht mehr benötigt werden. So werden diese kurzerhand demontiert und am Mast abgelegt. Während das Warnschild noch mehrere Monate dort verharrt, findet die P-Tafel alsbald einen neuen Besitzer. Die Schuppenstände 4 bis 11 zeigen sich bis auf ein paar zerstörte Scheiben noch halbwegs intakt. Eine gute Gelegenheit, für einen späteren Vergleich mal die kaputten Scheiben zu zählen.

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1987_10_25_005 (678x1024) Das Schuppentor 1 muss offensichtlich als primäres Ziel diverser Steinewerfer herhalten. Nur noch wenige Scheiben sind intakt. Interessant an dieser Stelle ist der hydraulische Türschließer der Schlupftür und die weiße Warnanstrich an den Wandöffnungen. Bei sehr genauer Betrachtung findet sich oben links unterhalb der Regenrinne noch eine alte Schirmleuchte am gusseisernen Ausleger.

An der Drehscheibe hat man längst Fakten geschaffen. Nicht nur die Gitterroste konnten wohl von jemanden woanders genutzt werden, auch die Schutzsignale, die Abdeckung des Schleifringübertragers und die Beschilderung wurden in den letzten Wochen demontiert. Der Weg auf die Drehscheibe ist der Osnabrücker 211 246 eh verwehrt. Die ehemaligen Prellböcke der Gleise 61 und 61a erfüllen ihre Aufgaben auch hier. Niemand kann sich vor dem Hintergrund des zunehmenden Verfalles vorstellen, dass die Siemag-Drehscheibe die Loks um sie herum um viele Jahrzehnte überleben wird. Auf Gleis 63 finden sich noch zwei V100, die Osnabrücker 211 121 und 211 250. Die letztgenannte wird bereits ein Jahr später ausgemustert, während die zuvor genannte auch Jahrzehnte später nach einem Vossloh-Umbau in Italien ihre Brötchen verdient. Die Schotterfläche innerhalb der Betonfläche neben den V 100 lässt übrigens den Standort des damaligen Wasserkranes erkennen. An den Strahlengleisen vor dem Schuppen zeigt sich nunehmend die beginnende Vegetation. Von Gleis 62b aus ließe sich noch in das Schuppengleis 2 fahren. Elektrisch wird die Drehscheibe in den nächsten 20 Jahren jedenfalls nicht mehr gedreht werden können....

Auf Gleis 62 macht sich der Osnabrücker 624 508 breit. Da ja die Gleise 61 und 61a nicht mehr genutzt werden können, findet die Kesselwagenentladung auf dem Gleis 62a statt, in dem damals zur Dampflokzeit der Schienenkran zur Kohlentenderbeladung seinen Dienst versah.

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Fünf Tage später, an einem Freitag,  macht sich der Fotograf zur Kaffeezeit noch einmal auf den Weg in das Bahnbetriebswerk. Die Sonne steht blaß und tief über dem Gelände und taucht die Fahrzeuge in ein seltsames Licht. Wie zu einer Parade sind hier auf den Gleisen 62b, 63 und 64 diverse Schienenfahrzeuge abgestellt. Ganz offensichtlich hat man es noch nicht geschafft, die eingegrabenen Schwellenkreuze gegen einen Prellbock zu tauschen. Im frühabendlichen Gegenlicht finden wir dort die 211 241, den 624 628 und die 211 229 vor, allesamt Osnabrücker Fahrzeuge. Interessant zu erwähnen, dass beide V100 auch noch 34 Jahre später im Ausland ihren Dienst versehen.

Auch vor dem E-Lokschuppen wird parademäßig abgestellt. 141 168 (Bw Seelze), 211 065 (Bw Osnabrück) und 141 446 (Bw Hagen) sind zweifelsfrei zu erkennen. Wie ein letzter Blick zurück wirkt die aus liegender Position gemachte Aufnahme von Gleis 63 über die Drehscheibe hinweg zum Schuppenstand 2.

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Die Drehscheibe zeigt sich bereits jetzt arg gefleddert. Einige Tage später, die Bäume haben ihre Blätter längst verloren, hat 211 096 die Ehre, die 01 150 mal wieder ans Tageslicht zu befördern. Ein offizielles Drehen der Dampflok ist nun längst nicht mehr möglich. Lokführer Olaf Teubert steigt hier von einer der ihm verhassten Diesellokomotiven ab. Beide Loks werden auch 34 Jahre später noch existieren, eine der beiden sogar noch in Algerien in Betrieb sein.

Fotos. Bernd Szarkowski-Tegtmeier und Edwin Rolf

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