Zeitleiste 1950 - 1962

1950
1950 - Die junge Bundesbahn

Wir schreiben das Jahr 1950, so langsam kehrt wieder Normalität im Bahnbetriebswerk ein. Die...

Wir schreiben das Jahr 1950, so langsam kehrt wieder Normalität im Bahnbetriebswerk ein. Die...

1954
1954 - Die Altbautriebwagen

Bei den folgenden Aufnahmen handelt es sich um die ältesten Farbaufnahmen unserer Sammlung....

Bei den folgenden Aufnahmen handelt es sich um die ältesten Farbaufnahmen unserer Sammlung....

1955
1955 - Blick ins Bw

Die im Ringlokschuppen untergebrachte Schlosserwerkstatt war zusammen mit der Schmiede durchaus in...

Die im Ringlokschuppen untergebrachte Schlosserwerkstatt war zusammen mit der Schmiede durchaus in...

1958
1958 - Alltag

Wasser wird es nicht gewesen sein, was dort in den isolierten Kesselwagen auf Gleis 68...

Wasser wird es nicht gewesen sein, was dort in den isolierten Kesselwagen auf Gleis 68...

1959
1959 - Die Stadtheider Straße

Die unterhalb der Personen-Bahnbrücke aufgenommene nachstehende Aufnahme zeigt den Blick über die...

Die unterhalb der Personen-Bahnbrücke aufgenommene nachstehende Aufnahme zeigt den Blick über die...

1960
1960 - Shit happens

Manchmal gehen Dinge in die Hose... oder wie in diesem Fall, in die Grube. Was auch immer die...

Manchmal gehen Dinge in die Hose... oder wie in diesem Fall, in die Grube. Was auch immer die...

1961
1961 - Alles ist gut

Ein Blick auf das geschäftige Treiben im Bw vom Stellwerk Bl aus zeigt das nachfolgende Bild aus...

Ein Blick auf das geschäftige Treiben im Bw vom Stellwerk Bl aus zeigt das nachfolgende Bild aus...

1962
1962 - Besuch vom General

1962 erfuhr die österreichische Dampflok 680 das große Abenteuer. Im Jahr 1926 hatte der...

1962 erfuhr die österreichische Dampflok 680 das große Abenteuer. Im Jahr 1926 hatte der...

1950 - Die junge Bundesbahn

Wir schreiben das Jahr 1950, so langsam kehrt wieder Normalität im Bahnbetriebswerk ein. Die Kriegsschäden sind beseitigt. Betrachten wir zur Einstimmung die Einfahrt von 50 1735 in den Schuppenstand 15 vom Dach des Sandbunkers aus. Einige Jahre später, am 19. Oktober 1967, sollte die noch mit Altbaukessel und Wagnerblechen ausgerüstete Dampflok mit der Nummer 43.869 die letzte ausgebesserte Dampflok sein, welche das AW Schwerte verlassen wird.

Beschaulich geht es im Bw zu. Links erkennt man den Schlackekran der Einheitsbauart, der abgestellte offene Güterwagen auf Gleis 62a steht wohl genau deshalb dort. Bei genauem Hinsehen ist auch das schmale Gleis der Schlackehunte hinter dem Kran zu erkennen.

In der prallen Mittagssonne ist es vielleicht sogar auf der Bank an der Lokleitung zu warm für eine Zigarette oder einen Kaffee. Zu beachten sind auch die aufgereihten Dampflok-Laufachsen auf Gleis 61a hinter dem Kohlebunker rechts neben der Grube.

Sehr interessant sind auch die alten Mastlaternen mit Freileitungsanschluß. Genialerweise lassen sich die Lampenschirme mittels Umlenkrolle an der Leitung zum Wechsel des Leuchtmittels absenken.

Es ist schon erstaunlich, was sich auf einem Bild alles so erkennen lässt, nicht wahr?

ca. 1950_50 1735_Hans Jochen Giesche Stadtarchiv (1024x628)

Foto: Hans Jochen Giesche, Stadtarchiv Bielefeld

Anhand des Lageplanes lässt sich der Gleisverlauf zum Zeitpunkt der Aufnahme gut nachvollziehen:

1950 - (1024x532)Zeichnung: Stadtarchiv Bielefeld

Auf der folgenden Aufnahme ist denn auch deutlich mehr Aktion zu erkennen. Die drei kräftigen Herren füllen die Kohlehunte, damit diese vom Kohlenkran aufgenommen werden können. Bemerkenswert sind die riesigen Brocken, welche hier aufgeladen wurden.... der arme Heizer wird zur mundgerechten Zerkleinerung wohl fluchend zur Spitzhacke gegriffen haben. Die Kohlehunte laufen auch hier auf Schienen und konnten im leeren Zustand nach dem Absetzen auf der Drehscheibe auf den Gleisen verteilt werden. Der Sockel im Hintergrund gehört zum von den Dortmunder Deutschlandwerken hergestellten Kohlenkran, ein weiterer Kran in Einheitsbauart (analog zum Schlackekran) befand sich links daneben. Hinter der Aufstiegsleiter lassen sich die recht kurzen, offenen, noch mit Speichenrädern ausgestatteten Güterwagen für den Kohletransport erkennen.

ca. 1950 Bekohlung_Stadtarchiv (1024x696)

Foto: Stadtarchiv Bielefeld

1954 - Die Altbautriebwagen

Bei den folgenden Aufnahmen handelt es sich um die ältesten Farbaufnahmen unserer Sammlung. Aufgenommen vom Stellwerk "Bl" der Bauform "Einheit" schweift der Blick südwärts über die Köln-Mindener Eisenbahn Richtung Hauptbahnhof.

Einer der im Bw Bielefeld im Ostbahnhof beheimateten Altbautriebwagen brummt hier vierteilig Richtung Herford davon. Eine große Anzahl Güterwagen bevölkert die Abstellgleise des Vorbahnhofes. Noch hat die Stadtwerke einige Schornsteine in Betrieb, auch das Gasometer rechts im Bild ist weithin unübersehbar.

Links lässt sich die Abstellgruppe der Personenwagen erkennen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurden sämtliche Weichen des Bahnbetriebswerkes und der Abstellgruppe von diesem Stellwerk aus mechanisch bedient.

1954-08-11_Willi Rolf (711x1024)  1954_Willi Rolf_Vorbahnhof_2 (1024x656)1954_Willi Rolf_Vorbahnhof_1 (1024x637)

1955 - Blick ins Bw

Die im Ringlokschuppen untergebrachte Schlosserwerkstatt war zusammen mit der Schmiede durchaus in der Lage, größere Instandsetzungen vorzunehmen. Arbeiten an Bremsen, Treib- und Kuppelstangen gehörten zur alltäglichen Arbeit. Nur sehr aufwändige Arbeiten wurden von den Ausbesserungswerken durchgeführt. Selbst der Tausch einer Achse war durch die Achssenke möglich.

Die beiden nachfolgenden Bilder zeigen links Hans Steinfurth beim Ausgießen eines Stangenlagers, welches nach dem Erkalten auf dem rechten Bild auf der Drehbank ausgedreht wird.

1955_Hans Steinfurth beim Stangenlager-Ausgießen_Rolf (755x1024)1955_Stangenlager-Ausdrehen_Rolf (762x1024)Fotos: Willi Rolf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es lohnt sich wieder, die Details auf dem folgenden Bild zu betrachten: Die Drehscheibe, verriegelt auf Schuppengleis 2 gibt durch das Schauzeichen das Befahren der Drehscheibe frei, was die 41 023 sogleich nutzen wird. Bei genauerer Betrachtung erkennt man im Drehscheibenhäuschen nicht nur die zweite Tür, sondern auch das Ofenrohr des damals offensichtlich vorhandenen Ofens. Der später nachgerüstete Luftantrieb ist 1955 noch nicht vorhanden, auch fehlen die vermutlich aus Sicherheitsgründen eingelagerten Kurbeln des Handbetriebs.

Im Schuppenstand 4 steht 93 1114, in 6 die 92 784 und rechts daneben eine unbekannt gebliebene Baureihe 92.

1955_Drehscheibe (1024x748)Foto: Rüdiger Uffmann

Die folgenden Aufnahme wurde in der Vergangenheit recht häufig von den Tageszeitungen für Berichte zur Historie des Bahnbetriebswerks genutzt. Aufgenommen vom damaligen Gasometer der Stadtwerke an der Beckhausstraße ist eine derartige Aufnahme heute wohl nur noch mittels Drohne möglich.

Schauen wir doch einmal genauer hin: Im Vordergrund sieht man den gut genutzten Vorbahnhof für die Güterwagen. Ein VT 95 mit Beiwagen VB 142 befährt das Bw, wohl um gedreht zu werden. Mangels Steuerwagen wäre sonst ein zeitaufwändiges Umfahren notwendig gewesen.

1955_Stadtarchiv (1024x759)Foto: Stadtarchiv Bielefeld

Um die einzelnen Bereiche besser erkennen zu können, können wir die folgenden Ausschnitte nutzen:

1955_Stadtarchiv - Lokleitung (1024x503)Hier sehen wir das Stofflager mit der angebauten Lokleitung direkt an der Drehscheibe. Dort meldeten sich die Lokpersonale an, um ihre Dienstpläne zu empfangen. Auch die Abmeldung nach Schichtende erfolgte hier. Die Personale der Lokleitungen schrieben hier auch die Umlaufpläne und erstellten die Personalplanung.

 

 

 

1955_Stadtarchiv - Heizlok (1024x369)Die Heizlok auf dem Schuppenfreigleis 23 war unentbehrlich für die Wärmeversorgung, da die daran angeschlossenen Dampfheizungen für eine Mindestbeheizung des Schuppens sorgten. Ein funktionsfähiger Lokomotivkessel auf einem abgefahrenen Rahmen war in vielen Bw üblich. Zur Heizlok an späterer Stelle mehr. In dem kleinen Gebäude rechts befanden sich die Toiletten.

1955_Stadtarchiv -Sandbunker (1024x594)Im Mittelpunkt der Aufnahme ist das heute als Vereinsgebäude genutzte ehemalige Aufenthaltsgebäude der Personale der Lokomotivbehandlung zu erkennen. Der Turm des Gebäudes dient der trockenen Aufbewahrung von Bremssand. Hier lassen sich auch die augenfälligsten Unterschiede der beiden Kranbauarten erkennen (Einheitsbauart - eckig, Deutschlandwerk - rund). Links vom Gebäude befindet sich der Schlackekran, rechts daneben an den Kohlebunkern die beiden Kohlekräne.

 

1955_Stadtarchiv - Kohle (1024x300)

Die immensen, mehrere Meter hohen Steinkohleberge zeigen die damalige Bedeutung des Bahnbetriebswerkes. Dieselangetriebene Schienenfahrzeuge waren zum damaligen Zeitpunkt noch recht selten unterwegs.

 

1955_Stadtarchiv -Stellwerk Bl (1024x790)

Das Stellwerk Bl an der Einfahrt zum Bw gehörte zu den mechanischen Stellwerken der Einheitsbauart und diente auch später dem einen oder anderen Fotografen als perfekter Standort für weitreichende Aufnahmen über die Strecke der Köln-Mindener Eisenbahn.

Im Hintergrund lassen sich unzählige Wagen erkennen, die auf Entladung der Steinkohle warten.

 

 

 

 

1955_Stadtarchiv -Wasserturm (574x1024)Was hier so seltsam als Wasserturm mit Kranausleger anmutet, ist in Wirklichkeit ein großer, schienengeführter Kohlekran, der die Waggonladungen mit Steinkohle in den großen Kohlebansen verteilt und sich vor den neugierigen Blicken des Fotografen schamhaft hinter dem Wasserturm versteckt.

Auf der Aufnahme ist auch gut zu erkennen, dass bereits im Jahre 1955 die meisten Fenster des Wasserturms zugemauert waren.

1958 - Alltag

38 2873_Hans_Schabbon_1958 (1024x732)Wasser wird es nicht gewesen sein, was dort in den isolierten Kesselwagen auf Gleis 68 umherschwappte. Leider lässt sich die Anschrift nicht mehr entziffern. Am Ende des Gleises lässt sich der Anbau des ehemaligen Werkstattschuppens erahnen. Auf Gleis 67 harrt die Oberhausener 38 2873 ihrer Rückfahrt entgegen.

 

 

 

 

 

41 208_Hans_Schabbon_1958 (1024x692)

Die Hannoveraner 41 208 hat mittlerweile den Platz auf Gleis 67 eingenommen. Auch ein VT 95 lässt sich am rechten Bildrand auf dem längst zurückgebauten Gleis 65 erkennen.

 

 

 

 

 

 

41 243 und 50 2874_Hans_Schabbon_1958 (1024x698)

 

Die frisch aus Bremerhaven überstellte 41 243 sucht sich ein ruhiges Plätzchen im Schuppenstand 2, während sich die Bochumer 50 2874 im Schuppenstand 5 auf die Rückfahrt vorbereitet.

 

 

 

 

50 3147_Hans_Schabbon_1958 (1024x703)

 

Die Budberger 50 3147 bereitet sich auf der Drehscheibe auf Ihre Rückfahrt ins Ruhrgebiet vor. Beachtenswert ist der große aufgeschweisste Reparaturflicken am Wasserbehälter des Tenders. Am rechten Bildrand lässt sich die Lokleitung erkennen.

 

 

 

 

Schornstein_Hans_Schabbon_1958 (729x1024)Beim Bau des zweiten Kamins im Jahre 1923 hat man sich deutlich weniger Mühe bei der architektonischen Gestaltung gegeben. Schlicht und rundgemauert erfüllte der 35m hohe Schornstein seine Aufgabe ebenso gut. Der Kaminzug sorgte zwar für entsprechende Luftverhältnisse im Schuppen, was jedoch dadurch im Winter wegen der ständigen Nachströmung kalter Luft jedoch auch zu unangenehmen Temperaturen führte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Hans Schabbon

Um 1958_Georg Bachmann (1024x596)

Die nebenstehende Szene zeigt das friedliche Miteinander der Traktionsarten. Gleich 5 Altbautrieb- oder Steuerwagen tummeln sich im Schuppen und zeigen der altgedienten Osnabrücker 50 2846 die Zukunft auf.

Unsere heutige Vereinslok, die seinerzeit in "Kriegsbemalung" agierende und mit einer DB- und zwei DR- Laternen etwas seltsam anzuschauende Kö 0225 hat wohl im Schuppenstand 5 einen der Steuerwagen am Haken. Doch bevor dort weiter rangiert werden kann, muss die Triebwageneinheit aus Schuppenstand 4 die Örtlichkeiten erst verlassen haben. Mit einer Gesamtlänge von fast 41m war ein Drehen der kompletten Einheit nicht möglich. Offensichtlich gibts deshalb noch etwas Diskussionsbedarf.

Foto: Georg Bachmann

1959 - Die Stadtheider Straße

Die unterhalb der Personen-Bahnbrücke aufgenommene nachstehende Aufnahme zeigt den Blick über die Stadtheider Straße südwärts Richtung Herforder Straße. Das Bahnbetriebswerk befindet sich auf der rechten Seite. Das Wohngebäude auf der Seite wurde seinerzeit von italienischen Gastarbeitern bewohnt, welche die anfallenden Gleisbauarbeiten durchführten.

Deutlich ist der noch ländliche Charakter der näheren Umgebung zu erkennen. Von den zu sehenden Gebäuden ist keines mehr erhalten. Nur die Brücke.... die steht noch. Noch.

1959_Stadtheider Straße_Dragan LalicFoto: Sammlung BEF

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