Zeitleiste 1978 - 1986

1978
1978 - Stellwerk adé!

Das mechanische Stellwerk "Bl" hat am 7. Mai 1978 ausgedient, nachdem es seit 1933 für die Weichen...

Das mechanische Stellwerk "Bl" hat am 7. Mai 1978 ausgedient, nachdem es seit 1933 für die Weichen...

1979
1979 - Frühling im Bw Bielefeld

Im April und Mai 1979 treibt sich Hans-Christian Schall mit der Kamera im Bahnbetriebswerk herum...

Im April und Mai 1979 treibt sich Hans-Christian Schall mit der Kamera im Bahnbetriebswerk herum...

1979 - Blick vom Wasserturm

Beste Aussichten verspricht ein Blick vom Wasserturm. Aus luftiger Höhe lässt sich der Blick über...

Beste Aussichten verspricht ein Blick vom Wasserturm. Aus luftiger Höhe lässt sich der Blick über...

1981
1981 - Schnellfahrlok 103 001 im Bw

Mit einer der Vorserienlokomotive der Baureihe 103, der ehemaligen E03 001, taucht im März 1981...

Mit einer der Vorserienlokomotive der Baureihe 103, der ehemaligen E03 001, taucht im März 1981...

1981 - Umschau

Auf den Schuppengleisen 14 und 15 warten die Osnabrücker 211 079 und 211 092 auf ihre...

Auf den Schuppengleisen 14 und 15 warten die Osnabrücker 211 079 und 211 092 auf ihre...

1981 - Quadratschädel im Bw

Von 1961 bis 1965 waren die VT 23 und VT 24 in Bielefeld beheimatet, ehe sie an das Bw...

Von 1961 bis 1965 waren die VT 23 und VT 24 in Bielefeld beheimatet, ehe sie an das Bw...

1982
1982 - Vorfreude

Ausgemustert in Hof am 5.11.1973 wurde die Schnellzug-Dampflok 01 150 am 13.11.1973 in die Hände...

Ausgemustert in Hof am 5.11.1973 wurde die Schnellzug-Dampflok 01 150 am 13.11.1973 in die Hände...

1982 - Volksauflauf wegen 01 150

Das Jahr 1982 wird durch die von Gleis 63 auf die Drehscheibe einrückende Oldenburger 220 061-6...

Das Jahr 1982 wird durch die von Gleis 63 auf die Drehscheibe einrückende Oldenburger 220 061-6...

1982 - Dieselvielfalt

Der Fotograf Bernd Moschner war ebenfalls zeitweise im Bw unterwegs. Auch hier sind einige...

Der Fotograf Bernd Moschner war ebenfalls zeitweise im Bw unterwegs. Auch hier sind einige...

2021
1983 - Alles im Blick

Den großen Überblick hatte man seinerzeit mit guten Beziehungen oder als offizieller Fotograf vom...

Den großen Überblick hatte man seinerzeit mit guten Beziehungen oder als offizieller Fotograf vom...

1983 - Das Bw wird ein Opfer der Sparmaßnahmen

Die Aufnahme von Joachim Schiller vom 3. April 1983 bringt den Beweis. Die Drehscheibe stammt aus...

Die Aufnahme von Joachim Schiller vom 3. April 1983 bringt den Beweis. Die Drehscheibe stammt aus...

1984 - Umschlagplatz Bw

Am 25. März tauchen seltsame Dampflokomotiven auf, sie erscheinen wie zu heiß gewaschen. Allen...

Am 25. März tauchen seltsame Dampflokomotiven auf, sie erscheinen wie zu heiß gewaschen. Allen...

1985 - Es geht dem Ende entgegen

So richtig viel passiert nun nicht mehr im Bw. Der Auszubildende Joachim Schiller sieht dem...

So richtig viel passiert nun nicht mehr im Bw. Der Auszubildende Joachim Schiller sieht dem...

1985 - Der Adler ist gelandet!

150 Jahre deutsche Eisenbahn! Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Schließung des...

150 Jahre deutsche Eisenbahn! Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Schließung des...

1986 - In den Ecken gestöbert

Wir schreiben den März 1986. Heiner Strungies zückt seine Kamera und erkundet das Bahnbetriebswerk Bielefeld,...

Wir schreiben den März 1986. Heiner Strungies zückt seine Kamera und erkundet das Bahnbetriebswerk Bielefeld,...

1986 - Ein Film voller Erinnerungen

Fast 36 Aufnahmen tätigen der junge Fotograf und Eisenbahnfreund Bernd Szarkowski-Tegtmeier und...

Fast 36 Aufnahmen tätigen der junge Fotograf und Eisenbahnfreund Bernd Szarkowski-Tegtmeier und...

1986 - Gähnende Leere

In ihrer Ausgabe vom 14. Juni 1986 thematisiert die Neue Westfälische neben der kommenden...

In ihrer Ausgabe vom 14. Juni 1986 thematisiert die Neue Westfälische neben der kommenden...

1986 - Bis hierhin und nicht weiter!

Insofern sprechen die eingegrabenen Schwellenkreuze im Gleis eine eindeutige Sprache. Nur noch...

Insofern sprechen die eingegrabenen Schwellenkreuze im Gleis eine eindeutige Sprache. Nur noch...

1986 - in Farbe und bunt!

Im August des Jahres 1986 kommt noch so etwas wie Leben ins Bw. Doch machen wir uns nichts mehr...

Im August des Jahres 1986 kommt noch so etwas wie Leben ins Bw. Doch machen wir uns nichts mehr...

1986 - (keine) schönen Aussichten

Da wird der eine oder andere wohl im Oktober 1986 vor der verschlossenen Tür der Lokleitung...

Da wird der eine oder andere wohl im Oktober 1986 vor der verschlossenen Tür der Lokleitung...

1978 - Stellwerk adé!

Stellwerk Bl undatiert, vor 1978Das mechanische Stellwerk "Bl" hat am 7. Mai 1978 ausgedient, nachdem es seit 1933 für die Weichen und Signale diesseits der Köln-Mindener-Eisenbahn für das Bahnbetriebswerk und die Personenwagen-Abstellung zuständig war.

Die Weichen des Bw werden auf Handbedienung zurückgebaut, die Weichen und Signale der Abstellung werden vom neu errichteten Stellwerk am Hauptbahnhof elektrisch ferngesteuert.

In diesem Jahr verschwinden auch letztendlich die Formsignale und werden durch Lichtsignale ersetzt.

Die schöne Gegenlichtaufnahme zeigt das Einfahrgleis 63, auf der grauen Betonfläche lagerten wenige Jahre zuvor noch Kohlenberge im Bansen.

Am Stellwerk selbst erkennt man noch den Abdruck des sicherlich "gemütlichen" Toilettenanbaues.... ausgerüstet war das Gebäude mit einer Kohleheizung und - immerhin - einer Waschgelegenheit im Stellwerksraum, auch wenn der Abfluss außen verläuft.

1978-05-07_Ausserbetriebnahme (752x1024)Foto: Richard Schulz

Die letzte, leider undatierte Aufnahme zeigt das Gebäude kurz vor dem Abriß. Die Zerstörungswut einiger Zeitgenossen am 45 Jahre alten Gebäude wird offensichtlich.

Nun wird klar, dass hier zunehmend Fakten geschaffen werden. Im Nachhinein betrachtet hätte es auch der schützenden Hand des Denkmalschutzes bedurft.

Foto: Rüdiger Uffmann

Das folgende Bild der Drehscheibe dürfte zwischen 1975 und 1978 entstanden sein. Noch befinden sich an der Wärterbude die Formsignale und unübersehbaren Warntafeln mit den Hinweisen.

Der Kohleofen ist mittlerweile überflüssig und durch eine Elektroheizung ersetzt worden.

Offensichtlich ist ein besonderer Sommertag und es gibt was zu Gucken. Sogar Kinder dürfen auf das Gelände des Bahnbetriebswerkes und die Drehscheibe aus der Nähe betrachten. Papa passt schon auf.

Drehscheibe_3 (1024x1005)

Foto: Sammlung BEF

 

1979 - Frühling im Bw Bielefeld

Im April und Mai 1979 treibt sich Hans-Christian Schall mit der Kamera im Bahnbetriebswerk herum und hinterlässt einige interessante Aufnahmen.

Interessant sind hier die Details am Rande. Mittlerweile hat man die Schornsteine des Ringlokschuppens im Rahmen des Dampflokverbotes abgetragen und durch Dachlüfter ersetzt. Der "Hofhund" 311 225 taucht auf den folgenden Aufnahmen immer mal wieder am Bildrand auf, doch seine Tage sind gezählt. Richten wir nun unser Augenmerk auf die kleine, unerkannt gebliebene "Schienenwanze", welche sich schamhaft hinter 211 010 versteckt. Es ist allerdings nicht die Bielefelder Bahnmeisterdraisine Klv12-4977, welche mit einer doppelflügeligen Hecktüre anstatt nur einer aufwarten kann.

Der Osnabrücker "Quadratschädel" 624 673, noch ausgestattet mit der später entfernten Fronttüre, wartet auf der Grube von Gleis 62 auf seine Rückfahrt. Der auf Gleis 62b stehende Hilfszug hat mittlerweile sein Farbkleid von grün auf gelb gewechselt.

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Am Kühler sollt ihr sie erkennen: Auf den Schuppengleisen 11 und 12 dösen 211 014 und 211 013 vor sich hin. Etwas muskulöser zeigt sich die Göttinger 212 067 auf Schuppengleis 14. Eine weitere schöne Aufstellung besteht aus der blitzblanken Osnabrücker 211 075, der 211 013, der Göttinger 212 067 und der Braunschweiger 216 126. Und wenn man ganz, ganz genau hinschaut versteckt sich die kleine 311 225 zwischen den Boliden.

1979-04-07_Hans-Christian Schall_g (1024x674)1979-04-07_Hans-Christian Schall_l (1024x675)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch ein Klima-Schneepflug der Bauart 844 mit der Betriebsnummer 30 80 973 5 052-1 des Bw Hagen-Eck findet sich auf Gleis 23. Bis zum nächsten Schnee dürfte es noch etwas dauern. Interessant ist auch der "vergessene" Radsatz vor dem gewaltigen Schneeschieber.

1979-04-07_Hans-Christian Schall_h (1024x654)1979-04-07_Hans-Christian Schall_i (1024x673)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit der Münsteraner 211 002 und der 216 181 warten auf den Schuppengleisen 12 und 13 die beiden Dieselvertreter auf ihren nächsten Einsatz. Sogar die Münsteraner 211 001 als erstgebaute V100 gibt sich ein Stelldichein. Die 212 012 aus Osnabrück bedarf derweil noch etwas der Pflege.

1979-04-12_Hans-Christian Schall (1024x669)1979-05-30__Hans-Christian Schall (1024x631)

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Hans-Christian Schall

1979 - Blick vom Wasserturm

Beste Aussichten verspricht ein Blick vom Wasserturm. Aus luftiger Höhe lässt sich der Blick über die Bahnanlagen schweifen. Im Bw herrscht zwar bunter Betrieb, aber man hat durchaus einen Sinn für Ordnungsliebe.

1979-04-13_Hans-Christian Schall_d (661x1024)1979-04-13_Hans-Christian Schall_i (1024x667) Am linken Bildrand ist die Überdachung der Dieseltankstelle zu erkennen. Die graue Fläche zwischen den Gleisen 63 und 62a beherbergte früher den Kohlenbansen. Schemenhaft scheint  noch das Kranfundament durch,  rechts daneben der "Abdruck" der Drehscheibe für die Kohenhunte. Die beiden zweiachsigen Kesselwagen im Vordergrund am Haken der Kö auf Gleis 62 werden wohl Heizöl angeliefert haben, rechts daneben befinden sich die Umpumpanschlüsse mit den unterirdisch angelegten Leitungen zum Tanklager. Ein 26,4m Reisezugwagen steht vor dem Pumpenhaus des Tanklagers.

Gehen wir ruhig etwas näher heran: Die Kö hat die beiden Kesselwagen abgestellt und wartet auf das Drehen der Drehscheibe. Der gelbe Hilfszugwagen, beidseitig mit einer Sh2-Tafel gesichert, scheint sich den Platz neben dem Sandbunker gesichert zu haben. Zwei offene Güterwagen, der Schrott- und Abfallbeseitung zugeteilt, befinden sich auf Gleis 61. Direkt daneben erkennt der aufmerksame Betrachter die Fußplatte eines abgebauten Wasserkranes. Rechts davon, unterhalb der auf der Betonfläche stehenden Fässer befindet sich noch der ehemalige Luftschutzbunker, der dreieckige Zugang ist hinter den Fässern zu erkennen. Das viereckige Gebäude mit dem Walmdach dient als Toilette für die Werkstattarbeiter.

1979-04-13_Hans-Christian Schall_h (1024x677)Wenn wir noch näher an den Ort des Geschehens kommen, ist neben einer Köf II vor Schuppenstand 1 ein Silberling im Stand 2 zu erkennen. Vermutlich bemüht man die dortige Achssenke und hält noch ein Päuschen. Der Schuppenstand 2 mit dem Niederbordwagen vor der Tür wurde durch einen Anbau verlängert, damit auch Reisezugwagen mit einer Länge von 26,4m Platz im Schuppen finden. Man beachte den signalgrünen Ford Granada Turnier am Ende des E-Lokschuppens.

1979-04-13_Hans-Christian Schall_c (1024x663)Kunstvoll arrangiert, bzw. fachgerecht verstürzt liegen Radsätze auf einem Niederbordwagen auf Gleis 61a. Auf dem wilden Gleis daneben haben noch weitere Radsätze Platz gefunden. Neben dem Klv 12 auf Gleis 22 finden sich auf Gleis 23 ein Klv 50 mit Anhänger und auf Gleis 61 ein Klv 51 mit Anhänger, leider sämtlich unerkannt. Das seltsame Gefährt zwischen den beiden V100 wirft weitere Rätsel auf.

1979-04-13_Hans-Christian Schall_e (1024x644)Genießt man die Aussicht auf der anderen Seite des Wasserturms fällt der moderne IC mit der BR 103 auf. Die Personenwagen in der Abstellung dürften Jahrzehnte älter sein. Im Vordergrund ist noch die Halle der Fa. Wittkopp zu erkennen, welche später einem Parkplatz zum Opfer fallen wird. Neben dem Gasometer ist auf der anderen Gleisseite noch das Stellwerk Bvw zu erkennen, welches seit 1978 aufgelassen wurde. Die Anzahl der dort abgestellten Güterwagen hat bereits stark abgenommen.

1979-04-13_Hans-Christian Schall_j (1024x663)Fotos: Hans-Christian Schall

Das folgende Bild ist leider undatiert, aber ab 1979 aufgenommen worden. Es zeigt Wilhelm Kley aus der Lokleitung mit einem unerkannt gebliebenen Kollegen.

Ab 1979_Wilhelm Kley_Edwin Rolf (1024x678)Foto: Edwin Rolf

 

 

1981 - Schnellfahrlok 103 001 im Bw

Mit einer der Vorserienlokomotive der Baureihe 103, der ehemaligen E03 001, taucht im März 1981 ein seltener Gast mit edlem Gefolge in Form des Messwagens vom BZA Minden auf und wird auf Gleis 68 abgestellt.

Auch wenn sie die 001 im Schilde führt, so ist sie doch erst nach der 002 fertiggestellt worden und musste ihre Schilder im Rahmen der feierlichen Vorstellung 1965 leihweise für einen Monat überlassen..... eine Anekdote am Rande.

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Fotos: Gerrit Oswald

Im weiteren Verlauf ihres Loklebens wird sie vom DB Museum aufgenommen und auch noch nach 50 Jahren die Museumsbahnszene im artgerechten Streckeneinsatz bereichern.

1981 - Umschau

810829 (1024x668)Auf den Schuppengleisen 14 und 15 warten die Osnabrücker 211 079 und 211 092 auf ihre Rückleistung. Schuppengleis 9 wird durch den "Hofhund" in Gestalt der 323 095 belegt.

Folgt man den Brettern der Gleisübergänge an der Drehscheibe reizt der Blick in den offenen Ringlokschuppen an Tor 16.

810835 (1024x654)

 

 

 

 

Werfen wir doch einmal einen Blick hinein.

Offensichtlich wird hier eine leider unerkannt gebliebene V100 im Schuppenstand 20 genauestens inspiziert, wirklich sämtliche Abdeckungen sind geöffnet und geben den Blick auf die sonst den Augen des Betrachters verborgene Technik frei. Interessant ist auch der Blick auf die unterschiedlichen Gerätschaften in der Umgebung.

810837 (1024x660)Auch die auf Gleis 23 abgestellte Braunschweiger 216 147 hat der Fotograf seinerzeit nicht verschmäht.

810834 (1024x654)

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Rundgang taucht wieder der Bielefelder Schneepflug auf, ordentlich auf Gleis 23 hinter der V160 abgestellt.

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Fotos: Gerrit Oswald

1981 - Quadratschädel im Bw

Von 1961 bis 1965 waren die VT 23 und VT 24 in Bielefeld beheimatet, ehe sie an das Bw Braunschweig abgegeben wurden. Allerdings sind sie auch 1981 noch ein tägliches Bild auf den Strecken des Bielefelder Umlandes.

So steht auch das farblich etwas seltsam anmutende dreiteilige Exemplar -  mittlerweile dem Bw Osnabrück zugehörig - des 624 504 (503) im Bw auf Gleis 62 bereit zur Rückfahrt. Der hier gezeigte Triebwagen aus Uerdinger Vorserienproduktion war einst in Bielefeld beheimatet, ist wohl mittlerweile aber aus zwei oder drei Triebzügen zusammengestückelt worden. So richtig quadratisch ist das "Gesicht" des Triebwagens auch nur bei im Hause MAN produzierten Exemplaren.

Das Bahnbetriebswerk Bielefeld war seinerzeit das erste Bw, welches mit diesen neuen Triebwagen ausgerüstet wurde.

Seltsamerweise hat sich auch ein Silowagen ins Bw verirrt und ist vor dem Hilfszugwagen auf Gleis 62b abgestellt worden. Die Vermutung liegt nah, dass damit Lokstreusand angeliefert werden soll. Ein interessantes Detail an der Drehscheibe ist der Lampenschirm neben dem Laufrad zur Beleuchtung der Bezifferung. Die Drehscheibe steht in Grundstellung auf Gleis 4, bzw. 62.

810900 (1024x844)Linker Hand zeigt sich das Toilettenhäuschen mit den davor abgestellten Ölfässern. Ein Betonfundament muss reichen, an Ölwannen wird noch kein Gedanke verschwendet.

810901 (1024x651)Auf diesem Bild zeigt sich rechts neben der Kranbrücke die extra für die Triebwagen installierte Tankstelle ohne Schutzüberdachung. Offensichtlich handelt es sich bei dem Kran tatsächlich um eine handbetriebene Laufkatze mit Kettenzug.

810902 (1024x665)Einfach mal die gestochen scharfen Bilder wirken lassen.

810903 (1024x655)810904 (1024x658)

 

 

 

 

 

 

 

 

810905 (1024x662)810906 (1024x666)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

810907 (673x1024)810909 (671x1024)Noch ist die Grube auf Gleis 62 vorhanden und könnte genutzt werden, um den Triebwagen von unten zu inspizieren. Im Ringlokschuppen geht das nämlich nicht mehr, ohne das gesamte Bw inklusive Drehscheibe zu blockieren.

Die ehemals vorhandenen Stirnseitentüren sind längst verschweißt.

 

 

 

 

 

 

Noch ein Blick zurück Richtung Drehscheibe. Abgestellt ist dort auf Gleis 62b neben dem Sandbunker der mit Deutschland-Geräten vollgepackte Hilfszugwagen, mit dem doch bitte vorsichtig rangiert werden soll. Ganz rechts lässt sich einer der für Abfälle vorgehaltenen offenen Güterwagen erkennen. Noch ist hier auch die auf dem Boden liegende Leitung für die 1.000V-Anlage zu erkennen, um Wagen mit Spannung zu versorgen.

810908 (1024x676)Zum Abschluss der Bilderserie noch eine Aufnahme des rot verbliebenen Mittelwagens. Interessantes Detail im Schutthaufen: Hier liegt wohl schon einige Tage länger der Torhaltepfosten von Schuppentor 4, welcher wegen der Reisezugwagen verlängert werden musste und somit nicht mehr nutzbar war.

810910 (1024x675)Fotos: Gerrit Oswald

1982 - Vorfreude

Ausgemustert in Hof am 5.11.1973 wurde die Schnellzug-Dampflok 01 150 am 13.11.1973 in die Hände des Bielefelder Hemdenfabrikanten Walter Seidensticker übergeben und im Ringlokschuppen im Schuppenstand 15 für die folgenden 10 Jahre abgestellt.

Am 19. März 1982 erfolgte der krönende Abschluss der zwei Jahre zuvor begonnenen Hauptuntersuchung. Auf Gleis 65, noch kalt - aber mit frischen Fristen versehen -  zeigt sie sich neben der Osnabrücker 140 581 bereits im Tageslicht und wird für den folgenden Tag der öffentlichen Präsentation vorbereitet.

Die Seelzener 141 143 auf Gleis 68 wird das Alter der 1935 gebauten 01 150 gewiss nicht erreichen. Wer die optischen Unterschiede zwischen den Baureihen nicht auf Anhieb erkennt....die BR 140 haben ein Maschinenraumfenster in der seitlichen Lüfterzeile.

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Fotos: Sammlung BEF, Ralf Maritschnigg

1982 - Volksauflauf wegen 01 150

Das Jahr 1982 wird durch die von Gleis 63 auf die Drehscheibe einrückende Oldenburger 220 061-6 präsentiert. Offensichtlich ist der Fotograf nicht allein im Bw. So scheint die Anwesenheit der 1959 bei Krauss-Maffei in München-Allach gebauten Lok nicht alltäglich gewesen zu sein. Doch halt: Der Grund ist ein ganz anderer. Die V200 ist an diesem Tage nicht mehr als schmückendes Beiwerk. Grund für die in Scharen angereisten Fotografen ist die Wiederinbetriebnahme der im Besitz von Walter Seidensticker befindlichen Schnellzug-Lokomotive 01 150 am 20. März 1982. Dieser Lokomotive wird zukünftig ein eigener Beitrag gewidmet, daher wird hier nur nebensächlich darauf eingegangen.

Widmen wir uns also der noch recht frisch aussehenden V200. Doch noch im Verlauf dieses Jahres wird sie z-gestellt und 1986 bei der Firma Leyritz in Penzberg zerlegt werden.

Im Hintergrund zeigt sich der wahre Grund des Besucheransturms....

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 Fotos: Christoph Beyer, Bodo Wenning

Immerhin ergattert die V200 später noch einen Platz im zehnten Schuppenstand, sozusagen am Rande des Altbaues. Tor 9 lässt auch erkennen, dass so ganz langsam die Optik nachlässig wird. Doch so einige Fotografen nutzen die Gelegenheit, die V200 auf Film zu bannen. Da lassen wir auch mal nicht ganz so schöne Aufnahmen eines begeisterten Jugendlichen zu.

1982-03-20_220 016-6_Bodo Wenning_a (888x930)1982-03-20_220 061-6_Michael Blome_a (1024x685)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1982-03-20_220 061-6_Michael Blome_c (1001x1024)

 

 

 

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 Fotos: Bodo Wenning, Harald Pfeiler, Michael Blome

1982-03-20_220 061_Harald_Pfeiler_aTeilweise haben die Fotografen eine beeindruckende Kreativität an den Tag gelegt, um das Ereignis für die Nachwelt festzuhalten. Sicherheitstechnisch unbedenklich dürfte es bereits damals nicht gewesen sein und die gute Köf II wohl einige Beulen davongetragen haben.....

1982-03-20_Burkhard Beyer Fotos: Harald Pfeiler, Burkhard Beyer

Mit der Dortmunder 140 432 war ein weiterer Zaungast anwesend, bereits in moderner ozeanblau-beiger Farbgebung... auch fast 40 Jahre später kann sie - unterwegs für die Nördlinger BayernBahn - noch von dem Event erzählen.

1982-03-20_140 432_Harald PfeilerMit den Osnabrücker 211 005 und 211 236 waren auch zwei Vertreter der V 100 Baureihe anwesend. Auch fast 40 Jahre später werden beide Maschinen noch im Ausland ihren Dienst verrichten.

1982-03-20_211 005-4_Harald Pfeiler

 

 

 

 

 

1982-03-20_211 005-4_Harald Pfeiler_a1982-03-20_211 005-4_Harald Pfeiler_bVor der 140 432 stapeln sich die Schwellen. Es sind die Schwellen, welche die noch offenen Gruben in den Gleisen 62 und 63 nach dem Verfüllen bedecken werden.

Direkt vor der Lokleitung wartet die Köf II auf weitere Aufgaben.

 

 

 

1982-03-20_211 236-5_Harald Pfeiler1982-03-20_211 236-5_Harald Pfeiler_a Da bekommt der Zuschauer schon so einiges geboten, jede Aufnahme will wohl überlegt sein.

Berührungsängste gibt es nicht. Noch näher kann man seinem geliebten Hobby an diesem Tag wohl nicht sein.

1982-03-20_Harald Pfeiler1982-03-20_Harald Pfeiler_a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch auch an der Hauptstrecke kommt keine Langeweile auf. Sei es der IC mit einer BR 103 Richtung Hannover, eine BR 140 mit B4yg Umbauwagen oder der VT 12.5 (6) Richtung Hannover, der dem Fotografen sogar noch einen Nachschuss wert war.

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Fotos: Harald Pfeiler

Der Fotograf Lutz Gebhardt hat uns von diesem denkwürdigen Ereignis am 20. März 1982 auch noch zwei Farbaufnahmen des Tages hinterlassen. Aufgenommen vom Dach des Sandbunkers zeigt sich eine interessante Vielfalt auf den Abstellgleisen des Bahnbetriebswerkes. Fehlende Absperrungen, offene Gruben... all das war zu jener Zeit unproblematisch und mit heutigen Zeiten nicht mehr zu vergleichen. Einfach mal die Aufnahmen wirken lassen.

Die dezente Rauchwolke zwischen den Schuppenständen 19 und 20 deutet an, dass da wohl 01 150 vor sich hin dömpkert. Man beachte den Niederbordwagen auf dem Freigleis 23 mit dem Anheizholz neben dem Schneeschieber. Auch der kurze Hanomag-Henschel F55 ist sicherlich eines Blickes wert. Über die frei abgestellten Ölfässer wollen wir stattdessen besser keine weiteren Worte verlieren.

1982-03-20_Lutz Gebhardt_1 (1024x688)1982-03-20_Lutz Gebhardt_2 (1024x694)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Lutz Gebhardt

1982 - Dieselvielfalt

Der Fotograf Bernd Moschner war ebenfalls zeitweise im Bw unterwegs. Auch hier sind einige sehenswerte Aufnahmen dabei. Das folgende Bild der 323 580 auf Gleis 67 wurde am 2. April 1982 aufgenommen. Ihre Ausmusterung wird im Folgejahr zur Realität, die Verschrottung wird im Januar 1985 vollzogen sein.

Im Gleis 68 dahinter wartet die 140 592 auf neue Aufgaben.

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Auch die Aufnahme des unerkannt gebliebenen VT24 stammt von Bernd Moschner, aufgenommen am 1. August 1982. Das verschwundene Stellwerk Bl gibt den Blick auf die gesamte Garnitur frei. Auf dem Gleis 62a hat sich ein Klv 51 zur Ruhe gebettet, flankiert von einem Schneeschieber und "hübschen", sechseckigen Blumenkästen aus Beton. Noch steht rechter Hand die Halle der Firma Wittkop.

Jemand muss es auch für eine gute Idee gehalten haben, dem Sandbunker am linken Bildrand statt des Fensters eine Tür zu verpassen. Knapp 20 Jahre später wird der ansässige Eisenbahnverein diese Bausünde wieder rückgängig gemacht haben.

Fotos: Bernd Moschner

1983 - Alles im Blick

Den großen Überblick hatte man seinerzeit mit guten Beziehungen oder als offizieller Fotograf vom 1951 gebauten Gasometer an der Beckhausstraße. Der atemberaubende Blick über die Abstellgruppe und über die Hauptgleise hinweg in das Bahnbetriebswerk ist atemberaubend. In 16 Jahren, 1999, wird man ihn auch dem Erdboden gleichmachen und einen derartigen Blick nicht mehr ermöglichen können.

Ganz links im Bild lässt sich ein fensterlose Gebäude hinter dem Opel-Blitz erkennen. Der 1941 erbaute Hochbunker LSB1 ist als Wohnhaus mit aufgemalten Fenstern getarnt, welche mittlerweile nicht mehr erkennbar sind. Jahre später werden diese echten Fenstern weichen und ab 1994 die Nutzung des Gebäudes als Musikschule ermöglichen.

Die alteingesessen Firma Opel Hagemann in direkter Nachbarschaft zum Bahnbetriebswerk auf der anderen Straßenseite gilt als größter Händler der Automarke in Bielefeld. Ende 2008 wird man die Insolvenz anmelden müssen.

Rechts daneben befindet sich noch die Werksniederlassung von Mercedes Benz mit dem allseits bekannten Parkhaus. Während das links davon liegende Verwaltungsgebäude später dem Abrißbagger zum Opfer fällt, wird das architektonisch interessante Parkhaus von einer Parkfläche in einen Verwaltungsbau verwandelt. Mercedes Benz wird an das Stadtholz umziehen und dort ehemalige Flächen der Anker-Werke neu bebauen.

Am rechten Bildrand sind die Fabrikgebäude des Hemdenfabrikanten Seidensticker zu erkennen. Die Museumsbahnszene hat ihm viel zu verdanken, seine 01 150 steht seit 1973 im Bw.

Im Bahnbetriebswerk selbst scheint ein ruhiger Tag zu sein, es gibt nicht viel zu berichten. Es ist die Ruhe vor dem Sturm und der anschließenden Grabesstille. Die Arbeitsgruben in den Gleisen 62 und 63 hat man mittlerweile auch geschlossen, damit sind weitere Zeugen der Dampflokzeit getilgt und begraben.

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Foto: Sammlung BEF

 
 
 

1983 - Das Bw wird ein Opfer der Sparmaßnahmen

Die Aufnahme von Joachim Schiller vom 3. April 1983 bringt den Beweis. Die Drehscheibe stammt aus dem Jahre 1936. Als junger Azubi in der Lokwerkstatt findet sich einige Tage später nochmals die Möglichkeit, den Wasserturm abzulichten.

1983-04-25_Joachim Schiller (706x1024)1983-04-03_Joachim SchillerDoch dann schlägt die Nachricht wie eine Bombe ein: Am 18. Mai 1983 meldet die Neue Westfälische, dass das Bahnbetriebswerk in absehbarer Zeit stillgelegt werden soll. Zwischen 1985 und 1987 soll die selbstständige Dienststelle geschlossen werden.

Gemunkelt hatte man bereits, doch nun wird es zur bitteren Wahrheit.

 

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Nun beginnt der Kampf auch um Ausbildungsplätze. Das hat sich der junge Joachim Schiller schon anders gedacht. Immerhin wird er seine Ausbildung beenden können. Neue Kollegen wird er jedoch nicht mehr erhalten. Die Azubis werden hier das Licht ausmachen. Im August und September 1983 gelingen ihm noch zwei Bilder. Man merkt schon, dass hier langsam Ruhe einkehrt.
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Fotos: Joachim Schiller
Am 8. September schreibt die NW:
 
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Die Arbeitsgemeinschaft der SPD-Eisenbahner schäumt, nachzulesen in der NW vom 10. September 1983:
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1984 - Umschlagplatz Bw

Am 25. März tauchen seltsame Dampflokomotiven auf, sie erscheinen wie zu heiß gewaschen. Allen Unkenrufen zum Trotz passt die Spurweite und sie fallen auch nicht in die Untersuchungsgrube. Offenbar aus Furcht vor den großen Geschwistern trauen sich die beiden Dampfloks jedoch nur gemeinsam in den dunklen Schuppen.

Beiden scheint die gemeinsame Flucht aus der Völklinger Hütte und ARBED Saarstahl geglückt zu sein, nun wartet man auf bessere Zeiten. Derzeit ist die Museumseisenbahn Paderborn in der Region sehr aktiv, wenn es darum geht, ausgediente Schienenfahrzeuge wieder unter das Volk zu bringen. Auch hier sind die Bemühungen vom Erfolg gekrönt, beide Loks werden ihren Weg in das Eisenbahnmuseum Dieringhausen antreten.

Bei der vorderen Lok handelt es sich um die bereits 1906 bei Krauss gebaute Lok 43. Dahinter versteckt sich die viel jüngere Lok 45, gebaut 1959 bei der Fa. Jung.

Interessant sind auch die vielen abgestellten Bauteile, wie Puffer und Heizkupplungen.

1984-03-25_Bernd Moschner (1024x722)Foto: Bernd Moschner
 
Der Azubi Joachim Schiller lässt uns in diesem Jahr auch etwas an seiner Ausbildung teilnehmen. So gibt es seltene Bilder aus den Innenräumen zu sehen. Die folgende Aufnahme entsteht im Anbau des Lokschuppens hinter dem Schuppenstand 1. Im rechten Fenster ist noch schemenhaft der einständige E-Lokschuppen zu erkennen.
1984-02_Joachim Schiller (2)_Unterrichtsraum im Schuppenanbau (1024x716)
Zwischenzeitlich ist dann wohl im Februar auch noch Zeit für eine weißbunte Schneeaufnahme... zwar ist die Betriebsnummer des VT 24 nicht überliefert, aber es lässt sich immerhin deutlich feststellen, dass es wohl eine neue Fronttür gegeben hat.
1984-02_Joachim Schiller (1024x696)1984-08_Joachim Schiller (661x1024)Werkstattdienst. Offensichtlich wird hier an der Drehbank hochkonzentriert gearbeitet. Im Hintergrund - wohlsortiert - eine umfangreiche Anzahl von Dichtungen und Kupferringen.
 
Fotos: Joachim Schiller
 
Beschließen wir das Jahr im leichten Schneetreiben mit einer Aufnahme vom 17. November 1984. Zu sehen sind die Oberhausener 140 856, welche auch noch in 37 Jahren für die BayernBahn fahren wird und die Osnabrücker 212 167.
1984-11-07_Martin_Rese (1024x669)Foto: Martin Rese

1985 - Es geht dem Ende entgegen

So richtig viel passiert nun nicht mehr im Bw. Der Auszubildende Joachim Schiller sieht dem letzten Ausbildungsjahr entgegen. Im Januar 1986 wird für ihn hier Schluß sein. So kommt das dritte Lehrjahr im März des Jahres zumindest noch in den Genuß eines Hydrauliklehrganges. Draußen wird alles weniger. Weniger Tauschachsen, weniger Ölfässer, weniger Lokomotiven. Eisenbahn ist nicht mehr attraktiv. Zumindest machen die Gleisanlagen inklusive der Güterwagen immer noch einen gepflegten Eindruck.

1985-03_Joachim Schiller_Hydrauliklehrgang_3.Lehrjahr (1024x691)1985-03_Joachim Schiller (2) (1024x701)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen Monat später - wir schreiben den April 1985 - ist unserem jungen Kollegen die Mitfahrt auf einer V100 doch einige Aufnahmen wert. Offensichtlich ist das eher die Ausnahme von der Regel und daher etwas Besonderes. Auf Schuppenstand 9 wartet das Objekt der Begierde bereits. Der Hofhund in Gestalt der Köf II bildet einen kleinen Farbklecks gegenüber dem neumodischen ozeanblau-beige. Von der V100 herab lässt sich die Übersicht über das aufgeräumte Bw genießen. Es zeigt sich zudem völlig vegetationsfrei, selbst die dekorativen Beton-Blumenkübel machen da mit. Warum der Silberling nun im Schuppenstand 2 statt den ihm zugedachten Stand 4 bevölkert - immerhin wurde dieser hochelegant deswegen verlängert - lässt sich vielleicht mit der darin befindlichen Achssenke begründen.

Im vorgelagerten Gleis 49 der Abstellgruppe fällt der Blick aus dem Fenster auf die bahnsteigähnliche Holzkonstruktion zwischen den Gleisen 50-54. Jahrzehnte später wird es diese nicht mehr geben, ebensowenig wie die Wittkop-Halle, die einem Parkplatz weichen wird.

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Fotos: Joachim Schiller

Die Fotografen geben sich zunehmend die Klinke in die Hand. Dazu gehört auch der Eisenbahner Martin Rese, der im Mai das Bw besucht. Er beweist ein glückliches Händchen, die (noch) stahlblaue Bügelfalte 110 474 kommt ihm auf Gleis 68 vor die Linse. Einige Meter entfernt finden sich der Vorserien-VT 24 auf Gleis 62 mit der Betriebsnummer 624 501, flankiert von der schamhaft schüchternen 140 413.

1985-05-04_110 474_Martin Rese1985-05-04_624 501_Martin Rese

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1985-05-18_dl262_Martin ReseAllzu weit war die Anreise des 1943 ursprünglich für die Luftwaffe gebauten und später von der US-Armee genutzten Deutz-Militärdiesels vom Steinhuder Meer nicht. Die ehemalige Lok 262 wurde nach einem Aufenthalt im Bw Bielefeld am 18. Mai 1985 vier Tage zuvor an die Museumseisenbahn Paderborn veräußert und wird auch 36 Jahre später noch existieren.

Zum Winterfahrplanwechsel 1985 gibt das Bw Bielefeld die Triebfahrzeugunterhaltung am 27.09.1985 auf. Die V60 gehen zum Bw Hamm 1, die verbliebenen Kleinloks werden auf das Bw Hamm 1, Bw Osnabrück und Bw Hannover verteilt. Es gibt Platz im Schuppen.

Fotos: Martin Rese

 

 

1985 - Der Adler ist gelandet!

150 Jahre deutsche Eisenbahn!

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Schließung des Bahnbetriebswerks nach fast 80 Jahren treffen im Dezember 1985 die 50 Jahre alte 01 150 und der ebenso alte Nachbau des "Adlers" aufeinander.

Bereits im Jahre 1935 nahmen beide Dampfloks an der nationalsozialistisch geprägten 100 Jahr-Feier in Nürnberg teil. Die Rauchkammer der soeben fertiggestellten 01 150 "schmückte" damals ein großes Hakenkreuz.

Der "Adler" wird nächtens im Ringlokschuppen angeheizt. Man wird es sich später nicht nehmen lassen, den "Adler" zu drehen, die 01 150 kalt aus dem Schuppen zu ziehen und beide für ein Gruppenfoto in der Dunkelheit zu präsentieren. Das Dampflokverbot des Herrn Binnewies droht zudem zunehmend zu kippen, ein Lichtblick für Eisenbahnfreunde, auch wenn es den als "Dampfwagen" eingestuften "Adler" nicht wirklich betrifft.

Das Schicksal wird beide Maschinen 20 Jahre später ereilen, zusammen werden sie im Ringlokschuppen Nürnberg-Gostenhof ein Raub der Flammen, dem aber eine Wiederauferstehung folgen wird.

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1985-12_Adler_Bodo Wenning_b (646x1024)1985-12_Adler_Bodo Wenning_c (653x1024)Im Schutz des Schuppens und bei widrigen Lichtverhältnissen darf der Fotograf Bodo Wenning dem Anheizen des Adlers beiwohnen.

Um den alten Kessel zu schonen, lässt man sich Zeit... Zeit, die man zum ausgiebigen Betrachten, Riechen und Fühlen der durchaus besonderen und einmaligen Lokomotive nutzen kann.

Draußen vor den Türen von Schuppenstand 14 wartet 01 150 auf den gemeinsamen Fototermin im Schnee.

 

 

 

 

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Morgens um 8 ist es auch noch nicht wirklich hell. Vermutlich wird das Bw für eine kurze Probefahrt Tender voraus verlassen. Kurze Zeit später kommt der "Adler" zurück, um nach dem Drehen neben der 01 150 für den Fotografen parat zu stehen.

1985-12_Adler_Bodo Wenning_g (1024x640)Fotos: Bodo Wenning

 

 

 

 

 

 

 

 

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1986 - In den Ecken gestöbert

Wir schreiben den März 1986. Heiner Strungies zückt seine Kamera und erkundet das Bahnbetriebswerk Bielefeld, welches in den nächsten Tagen geschlossen werden wird. Vielleicht eine letzte Möglichkeit, die Örtlichkeiten für die Nachwelt auf Film zu bannen, bevor die Abrißbirne hier Fakten schaffen wird.

Beginnen wir unseren Rundgang an der Stadtheider Str. 5, einem Grundstück hinter den Kfz-Hallen: Noch ist der Blick auf den Ringlokschuppen möglich. Bei genauem Betrachten ist noch der schwarze Schriftzug "Bahnbetriebswerk" hinter den drei Bäumen erkennen. Hinter dem kleinen Anbau verbirgt sich das Kompressorhaus und der Kessel der Auswaschanlage. Auf dem Bild rechts daneben schaut man auf den Mitarbeiter-Parkplatz, wie er täglich von den Eisenbahnern vorgefunden wurde. Im vorderen Teil befindet sich die Kantine, dahinter die Umkleideräume. Rechter Hand, an der Auffahrt zum E-Lokschuppen sehen wir das Verwaltungsgebäude mit den Übernachtungsräumen in der 1. Etage. Kunstvoll drapiert schmückt das Rad einer Schnellzuglok den Eingangsbereich zum Bw.

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Begeben wir uns nun in die schmale Gasse hinter den Umkleiden. Am Ende, am Schuppengleis 8 wird man den Schuppen betreten können. Doch für uns geht es hier jetzt nicht weiter. Wir machen also kehrt und begeben uns vorbei an abgestellten Elektrolokomotiven auf Gleis 66 Richtung Drehscheibe. Der Blick zurück fällt auf die Lehrwerkstatt welche in wenigen Tagen, am 1. April geschlossen werden wird.... ein schlechter Aprilscherz. Rechter Hand nimmt man Umweltschutz wohl nicht mehr so genau, Fässer stehen und liegen am Ringlokschuppen unterhalb der Fenster des Werkmeisterbüros. Neben den Fenstern warnt ein gelbes Schild an den Steigeisen vor Einsturzgefahr beim Betreten des Daches.

1986-03_Heiner Strungies_4 (1024x665)Einige Meter weiter fällt der Blick auf die vor Gleis 4 abgestellte Oldenburger 216 157. Auffällig ist der verlängerte, hölzerne Vorbau, um Reisezugwagen mit einer Länge von 26,4m im Schuppen unterbringen zu können.

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Dem Fotograf ist die Lok noch eine Aufnahme von hinten wert.

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Einmal gedreht, fällt der Blick auf die Drehscheibe. Die rechter Hand liegende Lokleitung schaut nicht sonderlich attraktiv aus und wird fotografisch zunächst verschmäht. Noch sieht das hier alles komplett aus, neben einer Einheits-E-Lok lungern hier noch zwei Quadratschädel herum. Die Drehscheibe liegt auf Gleis 20, im Schuppen wartet eine V100.

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Einige Schritte weiter Richtung Bahnhof lässt sich das Bw nun aus einer anderen Perspektive betrachten. Alles passt zum trüben Wetter und der Stimmung. Immerhin fällt der Blick nun auch auf die wirklich wenig attraktive Lokleitung. Begeben wir uns weiter Richtung Wasserturm. Die dazwischen auf dem Wege liegende Besandungsanlage wurde leider keines nachhaltigen Blickes gewürdigt. So schauen wir also dem unbekannten Eisenbahner beim Betanken seines VT24 mit Motoröl zu. Noch liegen hier auch Achsen auf dem Gleisstumpf unterhalb der Kranbrücke. Neben den beiden offenen Güterwagen findet sich auch die Toilette.

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Die Neugier plagt dann doch: Wie mag es dahinter aussehen? Ja nun, so sehen diese Ecken eben aus. Interessanterweise verläuft hier die Fernwärmeleitung, die den Einsatz der Heizlok vor einigen Jahren überflüssig gemacht hat. Wirklich besser wird die Verfassung des Wasserturmes übrigens nicht. Aber er wird noch viele Jahrzehnte durchhalten.

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Machen wir uns also auf den Rückweg. Mittlerweile hat sich die 216 von dannen geschlichen, die gedrehte Scheibe deutet darauf hin. Ein seltsames Gefährt auf Schuppengleis 23 fällt spontan ins Auge, es dürfte sich wohl um einen fahrbaren Altöltank handeln.

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Ein letzter Blick zurück. In wenigen Wochen wird man Gleise, Drehscheibe und Lokschuppen sperren und die Lokleitung verlassen. Der Fotograf Heiner Strungies hinterlässt einen wahren Bilderschatz.

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Fotos: Heiner Strungies
 
Im Mai des Jahres 1986 fährt Hans-Christian Schall am verdächtig ruhigen Bahnbetriebswerk vorbei.
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Foto: Hans-Christian Schall
 

1986 - Ein Film voller Erinnerungen

Fast 36 Aufnahmen tätigen der junge Fotograf und Eisenbahnfreund Bernd Szarkowski-Tegtmeier und sein Bruder Christian am 2. Juni 1986. So manches Motiv ähnelt den Aufnahmen vom März, doch mittlerweile hat der Frühling Einzug gehalten. So ergeben sich durch andere Standpunkte und wegen des besseren Wetters auch andere Ansichten.

Einen Tag zuvor stellte die Bundesbahn an diesem Standort die Unterhaltung von Reisezugwagen ein, das Werkstattpersonal wurde nach Hamm versetzt. Damit wird das Bw zum Stützpunkt degradiert.

Die Aufnahmen zeigen noch etwas Leben im Bw, immerhin werden hier weiterhin 101 Lokführer ihren Dienst antreten. Davon kündet die Anzahl der geparkten Autos auf dem Parkplatz vor der Kantine.

Die Blumenkästen, deren Halter unter den Fenstern des Verwaltungsgebäudes auf den grünen Daumen des Dienststellenleiters schließen lassen, gibt es jedoch schon längst schon nicht mehr.... früher war eben doch mehr "Lametta".

Begeben wir uns also auf die letzte Bilderreise vor der endgültigen Schließung des Bw.

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Wenn wir den Blick ein wenig nach rechts schweifen lassen, fällt uns das Magazin ins Auge, im oberen Teil befand sich bis vor wenigen Wochen noch die Ausbildungswerkstatt. Deren letzten Azubis sind am 1. April mitsamt der kompletten Einrichtung nach Hamm versetzt worden. Im Vordergrund des Bildes ist noch der Abdruck der alten Kfz-Werkstatt mit den Resten der Zapfsäulenfundamente zu erkennen. Bei einem leichten Linksschwenk tauchen die Garagen im Bild auf.

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Schauen wir doch einmal die Stadtheider Straße hinunter. Selbstverständlich fährt man noch auf Kopfsteinpflaster. Offensichtlich sind auf der Pz-Strecke auf der Brücke Bauarbeiten im Gange, an denen auch ein Klv 53 und drei Kla 03 beteiligt sind. Durchaus möglich, dass dieser SKL 20 Jahre später zum örtlichen Museumsbahnverein übersiedeln wird. ;-)

Springen wir nun direkt zum schienengeführten Teil der Bildersammlung, wo die Osnabrücker 211 097 dem Fotografen auf Gleis 2 ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ozeanblau-beige wird diese Lok nie werden. Die Drehscheibe steht bereit, um das Bw über Gleis 63 verlassen zu können. Die Fotografen hingegen treibt die Neugier in den Schuppen, dort steht auf Schuppengleis 5 die ehemalige Bielefelderin 323 174, welche nun dem Bw Hamm 1 zugehörig ist und später bei den Hammer Eisenbahnfreunden der Nachwelt erhalten bleiben wird.

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Die 1959 bei Orenstein & Koppel gebaute Nachkriegs-Köf bekam die letzte staatlich geförderte Hauptuntersuchung am 27.09.1982 im Ausbesserungswerk Bremen-Sebaldsbrück. In knapp zwei Jahren wird der Staatskonzern die Lok an Hella KG in Lippstadt verkaufen. Von der anderen Perspektive ergibt sich der Blick, wenn man den Schuppen von der Rückseite von den Sozialräumen her betritt.

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Versteckt in der Dunkelheit steht hier eine Bergbaudampflok im Schuppen und entzieht sich den weiteren Blicken. Es handelt sich um die ehemalige Westfalen 6, gebaut 1948 bei Krupp und bis 1974 in der Grube Westfalen in Ahlen im Dienst, ohne Zweifel wieder ein Weiterverkauf durch die Museumseisenbahn Paderborn. Ein paar Gleise weiter, im Schuppenstand 14 harrt die 01 150 - ihrer Schilder aus Angst vor Diebstahl temporär beraubt - der weiteren Zukunft entgegen. Sie wird demnächst umziehen, in den E-Lokschuppen, welcher extra für sie verlängerte Gleise erhalten wird.

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Einige Meter weiter hält die Braunschweiger 216 184 ihr Nickerchen auf Gleis 21. Wieder im Hellen angekommen, gönnen wir uns noch einen Überblick über das Bw.

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Nun bekommen wir auch die andere Seite des überdachten Toilettenganges am hinteren Ende des Ringlokschuppens zu Gesicht und stolpern im Unrat direkt über die vergessene Nachlaufachse einer Dampflokomotive. Beim Blick auf den Wasserturm zeigt sich am Pumpenhaus auch das Gleis 61a fürs Abpumpen der Kesselwagen.

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Mittlerweile hat sich auch die 216 184 in Bewegung gesetzt und wird in den Schuppenstand 6 umgeparkt.

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1986_06_02_022 (675x1024)1986_06_02_023 (686x1024)Wenn wir schon am Osnabrücker Quadratschädel 624 634 die zugeschweißte Fronttür bewundern, können wir uns auch den Wasserturm nochmals genauer anschauen.... dient er doch tatsächlich als Aufbewahrungsort für Feuerlöschgeräte für die Tankanlage. OK, wieder was gelernt.

Das folgende Bild darf man ruhig mal etwas wirken lassen. Noch ist hier die Aussenskala des Füllstandes zu erkennen. Über Stahlseile und Umlenkrollen hat der im Behälter eingebaute Schwimmkörper die Anzeige bedient. Das maximale Fassungsvermögen beträgt 100m³, das hat wohl für ein paar Loks gereicht. Unterhalb des runden Mannlochs befindet sich der Ausstieg auf den Umlauf.

1986_06_02_024 (1024x686)Der nächste Winter kommt bestimmt, auch wenn die Zeiten der in den Bahnbetriebswerken beheimateten Schneepflüge längst vorbei sind. Für den Fall der Fälle hat man hier vorgesorgt. Ob das eine Aufgabe für die beiden Hammer 261 831 und 260 914 ist, werden wir nicht mehr erfahren. Hinter den beiden Dreibeinen versteckt sich die Tankstelle für Diesel und Heizöl. Die alte, abgeschnittene Bahnsteigüberdachung hat schon einen besonderen Charme... Unterdessen darf 261 831 auch ein wenig Karussel fahren.
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Die Neugier führte noch einmal zu einem Blick in den Schuppen, wo sich offensichtlich die 216 184 niedergelassen hat. Aber es hat sich noch eine V60 im Schuppen versteckt, es handelt sich um die 260 892 aus Hamm.
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Ein Blick zurück über die Strahlgleise des Schuppens. Hier und da zeigt sich die aufkeimende Botanik, der Jahreszeit entsprechend. Bisher hatte man das völlig im Gleisbereich unterbunden. Das ist nun vorbei, die Natur holt sich ihr Revier zurück.
Der einständige E-Lokschuppen wird also zukünftig die Seidensticker 01 150 beheimaten.
Noch finden sich an den Seiten neben der Eingangstür eine Schiebetür und Fenster. Selten findet man Detailaufnahmen des Drehscheibenhäuschens. Offensichtlich ist nicht nur das Holz langsam marode, auch im Innern sieht es alles andere als aufgeräumt aus. Die Abdeckung des Seilantriebs scheint als Müllhalde genutzt zu werden. Die Attika des Ringlokschuppens bietet dem Wurzelwerk diverser Pflanzen Halt. Das kann und wird nicht lange gutgehen.
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Dies sind die letzten Aufnahmen des Bahnbetriebswerks Bielefeld in der bisherigen Ausdehnung.
1986_06_02_035 (1024x686)Fotos: Bernd Szarkowski-Tegtmeier und Christian Szarkowski
 

1986 - Gähnende Leere

In ihrer Ausgabe vom 14. Juni 1986 thematisiert die Neue Westfälische neben der kommenden Verlagerung des Bundesbahn-Betriebsamtes auch das endgültige Aus für die lang umkämpfte Ausbildungswerkstatt.

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1986 - Bis hierhin und nicht weiter!

Insofern sprechen die eingegrabenen Schwellenkreuze im Gleis eine eindeutige Sprache. Nur noch über Gleis 63 ist die Drehscheibe erreichbar.

Der Blick vom Sandbunker auf die Drehscheibe an einem Abend im Juli 1986 zeigt erst einmal nichts besonderes, obwohl die Tage der Lokleitung an der Drehscheibe bereits gezählt sind. Einzig die Blumenpracht am Gebäude täuscht ein wenig darüber hinweg.

Aufgestellt wie die Türsteher vor einer Disco stehen hier die Osnabrücker 211 010 und 211 011 und die Hammer 261 722 und lassen niemanden mehr raus oder rein.

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Foto: Edwin Rolf

In diesem Jahr gibt es nochmals einen Lageplan... ein zarter Strich neben der Drehscheibe zeigt den zukünftigen Grenzverlauf.

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1986 - in Farbe und bunt!

Im August des Jahres 1986 kommt noch so etwas wie Leben ins Bw. Doch machen wir uns nichts mehr vor, der Ringlokschuppen und die Drehscheibe nebst Lokleitung sind obsolet. Die "Seidensticker 01 150" hat mittlerweile ihr neues Domizil im E-Lokschuppen bezogen. Nur noch einige Museumsbahnlokomotiven und Wagen befinden sich im menschenleeren und gespenstisch stillen Schuppen.

Draußen vor der Tür hingegen brummt und knistert es, ein wahres Kontrastprogramm, was sich auch auf dem Parkplatz der Lokleitung widerspiegelt. Der Fotograf Hans-Christian Schall hat uns dankenswerter Weise noch einige Aufnahmen hinterlassen. Da darf dann auch das berühmte Rad nicht fehlen.....

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Schauen wir uns also nochmal den Schuppen und die Drehscheibe von außen an und achten auf die Details. Wohl um die Mittagshitze einigermaßen erträglich zu halten, sind fast sämtliche Tore geöffnet. Das Gleis 61 Richtung Wasserturm ist mittlerweile betrieblich gesperrt.

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Werfen wir doch noch einmal einen Blick in den nun doch recht übersichtlichen Schuppen. Im Altbauteil fällt der Blick auf den Schneeschieber, der noch vor einigen Wochen vor dem Sandbunker lag. Der offene Güterwagen dürfte wohl die restlichen Dinge, die im Schuppen so anzutreffen waren, der Entsorgung zuführen. Man will wohl das Gebäude besenrein hinterlassen. Hinter der Trennwand sind dann doch deutlich interessantere Dinge zu entdecken. Bei der abgestellten BR 80 dürfte es sich um die 80 013 handeln.
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Nur bei ganz genauem Hinschauen erkennt man die unerkannt gebliebene kleine OMZ 117R im großen Schuppen.
OMZ 117 RBeschließen wir die Innenansichten mit dem Blick auf das Ende des Schuppens und dem auf dem ehemaligen Gleis 22 aufgebauten V100-Teilelager. Für irgendwas wird auch der Niederbordwagen von Nutzen gewesen sein.
Eisenbahnfreunde 2 150Außerhalb der neuen "Bannmeile" gibt es hingegen etwas mehr zu entdecken. Neben dem obligatorischen, bunt gestückelten Osnabrücker "Quadratschädel" auf Gleis 62 tummeln sich doch noch einige chromoxidgrüne Einheits-Elektrolokomotiven auf den Gleisen 68 und 66, allen voran die 141 165 aus Seelze.
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140 844 aus Oberhausen-Osterfeld genießt zusammen mit einer weiteren unerkannt gebliebenen BR 140 die mittägliche Ruhe auf Gleis 66. Am E-Lokschuppen sind die frisch zugemauerten Fenster, Türen und Tore zu erkennen. Offensichtlich sind derzeit keine Prellböcke erhältlich, da werden es noch ein paar Tage die gekreuzten Schwellen und H-Tafeln tun müssen. Neben dem bunten VT 24 auf Gleis 62 kommt auch die Osnabrücker 211 077 hier nicht mehr weiter.
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Gleis 61a führte einst bis vors Pumpenhaus der Tankanlage, das andere Ende ist mittlerweile durch eine Sh2-Tafel betrieblich gesperrt. Sicherlich wäre das Befahren auch schon deshalb keine gute Idee, weil mittlerweile die Leitungen für die Tankstelle auf Gleis 63 überirdisch vor dem Prellbock am Wasserturm und weiter über eine Rohrbrücke verlaufen. Damit es hier kein Unglück gibt, sorgt der aufgeschweißte Hemmschuh für eine gewisse Sicherheit.
Eisenbahnfreunde 2 155BW_Bielefeld_1986-08-00_1_Hans Christian SchallEisenbahnfreunde 2 157Schließen wir den Beitrag mit einer Aufnahme des Wasserturms. Noch besitzt er die Fenster zur Bahnseite. Auf dem letzten Bild riskieren wir noch einen Blick in die Gasse zwischen Lokschuppen und Umkleide. Das ist auch die einzig bekannte Aufnahme, auf welcher der Eingang des Verwaltungsgebäudes zu sehen ist.
 
Bilder: Hans-Christian Schall
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

1986 - (keine) schönen Aussichten

Da wird der eine oder andere wohl im Oktober 1986 vor der verschlossenen Tür der Lokleitung gestanden haben. Das Gebäude an der Drehscheibe hat seine Bestimmung verloren und das Verwaltungsgebäude kommt noch einmal zu alten Ehren. Offensichtlich ist auch der Aufenthalt im Lokschuppen untragbar gefährlich geworden, der Durchgang ist damit auch nicht mehr gestattet.

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Erlauben wir uns, einen Blick in die "aufgeräumte" Lokleitung in der Verwaltung. Siegfried Neunast ist hier emsig bemüht, das ihn umgebende Chaos zu beherrschen. Das auf der Nordseite liegende Büro gibt den Blick auf die ehemalige Lehrwerkstatt und den E-Lokschuppen frei. Das Schreiben der Lok-Tagebücher findet hier noch wie anno dazumal statt.

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Der Zeitungsartikel der Neuen Westfälischen vom 7. Oktober 1986 malt eine düstere Zukunft von der Verschrottung der fünfzig Jahre alten Drehscheibe und des Lokschuppens. Immerhin soll nun wohl der Denkmalschutz tätig werden, um zumindest Ringlokschuppen, Drehscheibe und Wasserturm für die Nachwelt zu erhalten.

Fotos: Edwin Rolf

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1986-10-15_Schoene_aWenige Tage später war der Fotograf Bruno Schöne nochmals vor Ort. Einige der Schwellenkreuze wurden durch Prellböcke ersetzt. Immerhin war der Weg nicht ganz so weit, als Spender nutzte man naheliegenderweise die von Gleis 61 und 61a.

Die interessante, aus dem Wittkop-Gebäude gemachte Aufnahme zeigt die neue Überdachung der Triebwagen-Tankstelle auf Gleis 62. Die Radsätze auf dem Zwischengleis sind längst verschwunden, auch den dazugehörigen Kran hat man in den letzten Wochen demontiert.

Die Anschrift "Bahnbetriebswerk Bielefeld" am ehemaligen Magazin und Ausbildungsgebäude dürften wohl nur wenige Reisende auf Film gebannt haben. Die einmalige Aufnahme vom 15.10.1986 zeigt die äußerste nordwestliche Ecke des Bw. Interessant ist hier die Dampflokachse am Ende von Gleis 68, die sicherlich ihren bisherigen Platz am Ende von Gleis 23 verlassen musste.

Die beiden V100 auf Gleis 64 müssen am Gleisende noch mit den Schwellenkreuzen vorlieb nehmen. Die Prellböcke haben nur für Gleis 62 und 62a gereicht.

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Fotos: Bruno Schöne

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